Eine Lehrerin vor einem Flipchart

Externe Evaluation selbstständiger Schulen in Hessen

Selbstständige Schulen erhalten in Hessen für ihre Qualitätsentwicklung in den Bereichen Schule und Unterricht erweiterte Spielräume bei Budget- und Personalentscheidungen. Zu ihren Pflichten gehört im Gegenzug der Aufbau eines Qualitätsmanagements.

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Externe Evaluation selbstständiger allgemeinbildender Schulen (SES und PSES)

Die turnusgemäße externe Evaluation dient zum einen der Rechenschaftslegung und liefert den Schulen zum anderen Impulse für ihre kontinuierliche und systematische Qualitätsarbeit.

Evaluation von SES / PSES

Selbstständige allgemeinbildende Schulen (selbstständige allgemeinbildende Schulen (SES) und pädagogisch selbstständige Schulen (PSES)) erhalten im Schulhalbjahr nach ihrer Umwandlung eine Ausgangsevaluation. Im Fokus stehen dabei das schulische Qualitätsmanagement und die Qualität des Unterrichts.

Zusätzlich wählt die Schule einen der bei ihrer Antragstellung eingereichten schulischen Entwicklungsschwerpunkte für eine profilorientierte Rückmeldung durch das Evaluationsteam aus. Dies ist bei der Ausgangsevaluation verpflichtend, bei allen weiteren externen Evaluationen optional.

Alle vier Jahre finden weitere externe Evaluationen statt, die jeweils den Entwicklungsstand des Qualitätsmanagements und die Unterrichtsqualität begutachten. Ein schulischer Entwicklungsschwerpunkt kann zusätzlich optional benannt werden.

Zur Realisierung des beantragten und durch das Hessische Kultusministerium genehmigten Status können selbstständige allgemeinbildende Schulen abweichend von den bestehenden Rechtsvorschriften bei der Stellenbewirtschaftung, Personal- und Sachmittelverwaltung sowie in der Unterrichtsorganisation und inhaltlichen Ausgestaltung des Unterrichts eigene Entscheidungen treffen.

Abweichungen bei der Unterrichtsorganisation und -gestaltung sind insbesondere bei der Bildung von Lerngruppen, bei Formen der äußeren Differenzierung, der Ausgestaltung der Leistungsnachweise sowie bei den Lehrplänen und Stundentafeln zulässig, sofern die Standards der Bildungsgänge eingehalten werden.

Außerdem können über den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule hinausgehende Aufgaben, insbesondere im Bereich der Fort- und Weiterbildung, wahrgenommen werden, wenn die Aufgaben mit den Zielen der Schule vereinbar sind und ihre Finanzierung gesichert ist.

Entscheidungen beim Einsatz des Personals können selbstständig getroffen werden, und es kann im Rahmen der vorgelegten und genehmigten Konzeption von den Regelungen zur Versetzungsentscheidung zugunsten der Schülerinnen und Schüler abgewichen werden, sofern auch hier die Bildungsstandards eingehalten werden.

Die einerseits gewährten Handlungsspielräume erfordern andererseits Rechenschaftslegungen über die qualitätsvolle Nutzung der Möglichkeiten. Diese zu gewährleisten erfordert ein schulinternes Qualitätsmanagementsystem sowie ein darauf ausgerichtetes Schulleitungshandeln. Die Auswirkungen sollten sich in Schulentwicklungsschwerpunkten und der Unterrichtsentwicklung positiv verorten lassen.

Der Aufbau eines schulischen Qualitätsmanagements ist eine langfristige Aufgabe. Es sind Strukturen zu schaffen, Prozesse zu definieren und Verantwortungen festzulegen. Dabei gibt es verschiedene Wege, die Qualitätsarbeit zu systematisieren. Im kontinuierlichen Verbesserungsprozess spielen Evaluation und Feedback als Erkenntnisquellen eine wichtige Rolle.

Die Metaevaluation nimmt die schulischen Entscheidungen und Prozesse in den Blick und gibt eine strukturierte und differenzierte Rückmeldung zum Stand des Qualitätsmanagements. Der Evaluationsbericht schafft Klarheit über die zentralen Kriterien eines funktionierenden Qualitätsmanagementsystems, gibt Rückmeldung zur weiteren Optimierung der bereits implementierten Bausteine und setzt Impulse für die Aufbauarbeit.

Selbstständige berufliche Schulen (SBS)

Das hohe Maß an Eigenverantwortung in der Definition und Steuerung ihrer eigenen Qualitätsprozesse und der dementsprechenden Budgetverwendung geht mit der Verpflichtung der selbstständigen beruflichen Schulen (SBS) zur Rechenschaftslegung gegenüber ihrem Auftrag- und Ressourcengeber einher.

Die turnusgemäße externe Evaluation dient zum einen der Rechenschaftslegung und liefert den Schulen zum anderen Impulse für ihre kontinuierliche und systematische Qualitätsarbeit.

Evaluation von SBS

Mit ihrem Status als selbstständige berufliche Schule erhält die Schule die Gelegenheit, die Steuerung ihrer Unterrichts- und Qualitätsprozesse mit erweiterten Handlungsspielräumen neu auszurichten.

Auf der Basis der für sie geltenden rechtlichen Bestimmungen entscheidet sie, mit welchen Lern- und Lehrprozessen sie ihre Schülerinnen und Schüler zum bestmöglichen Bildungsabschluss führt. Im Rahmen einer nachhaltigen Unterrichts- und Qualitätsentwicklung sollen Lehr- und Lern-Kulturen weiterentwickelt und Bildungserfolge erzielt werden.

Handlungsleitend für die Organisations- und Personalentwicklung sind partizipative Strukturen und Prozesse, die Verantwortungsübernahme fördern, Kompetenzen ausbauen und Ressourcenentscheidungen zielgerichtet und transparent herbeiführen.

Systematischer Qualitätsentwicklung liegt das Modell kontinuierlicher Verbesserung zugrunde. Mittels datengestützter Evaluation und kriteriengeleiteter Feedbackverfahren werden auf verschiedenen Ebenen verlässliche Informationen gesammelt.

In der Spannung zwischen festgestelltem Ist- und angestrebtem Soll-Zustand müssen Ziele und Maßnahmen zur Optimierung des Handelns abgeleitet werden. Diese betreffen die Schulorganisation einerseits und die Qualität des Unterrichts andererseits. Um diese Qualitätsprozesse abgestimmt und zielführend zu steuern, bedarf es der Einrichtung eines Qualitätsmanagementsystems.

In Hessen gilt für selbstständige berufliche Schulen die Vorgabe, das schulische Qualitätsmanagement auf der Grundlage von Q2E aufzubauen. Die turnusmäßigen externen Metaevaluationen der selbstständigen beruflichen Schulen richten sich zum einen an dieser Systematik aus, zum anderen an den Kriterien des Hessischen ReferenzrahmensÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Das dafür eigens angepasste Evaluationskonzept QEE beschreibt den Rahmen und die Zielrichtung dieses Metaevaluationsverfahrens. Ziel der externen Metaevaluation mit dem QEE-Verfahren ist es,

  1. den selbstständigen beruflichen Schulen auf der Basis ausgewählter Kriterien des Hessischen Referenzrahmens Schulqualität als Impuls für ihre Weiterentwicklung eine datengestützte Rückmeldung zum Implementierungsstand ihres Qualitätsmanagements zu geben und
  2. bezogen auf das Q2E-Bewertungsraster, eine externe Einschätzung zur Q2E-Zertifizierungsreife vorzunehmen.

Dabei werden vor allem

  • das Führungshandeln der Schulleitungen (unter anderem die Schaffung von Rahmenbedingungen und die Personalentwicklung) sowie
  • die systemische Nutzung von Elementen des Qualitätsmanagements (wie das Qualitätsleitbild, die Evaluation oder das Feedback)

in den Blick genommen.

Der Aufbau eines schulischen Qualitätsmanagements ist eine langfristige Aufgabe. Es sind Strukturen zu schaffen, Prozesse zu definieren und Verantwortungen festzulegen. Dabei gibt es verschiedene Wege, die Qualitätsarbeit zu systematisieren. Im kontinuierlichen Verbesserungsprozess spielen Evaluation und Feedback als Erkenntnisquellen eine wichtige Rolle.

Die Metaevaluation nimmt die schulischen Entscheidungen und Prozesse in den Blick und gibt eine strukturierte und differenzierte Rückmeldung zum Stand des Qualitätsmanagements. Der Evaluationsbericht schafft Klarheit über die zentralen Kriterien eines funktionierenden Qualitätsmanagementsystems, gibt Rückmeldung zur weiteren Optimierung der bereits implementierten Bausteine und setzt Impulse für die Aufbauarbeit.

Evaluationskonzept QEE

Das Evaluationskonzept QEE (Qualitätsentwicklung durch Evaluation) wurde von einer Konzeptgruppe mit Beteiligten aus dem Hessischen Kultusministerium, Verantwortlichen des Modellprojekts „Selbstverantwortung plus“ und dem Institut für Qualitätsentwicklung erarbeitet. Inhaltliche Grundlage des Evaluationskonzepts ist das etablierte Qualitätsmanagementsystem Q2E. Das Verfahren ist mit den Q2E-Autoren Norbert Landwehr und Peter Steiner aus der Nordwestschweiz abgestimmt und weiterentwickelt worden.

Q2E steht für „Qualität durch Evaluation und Entwicklung“. Der Titel besagt, dass Schulqualität im Wechselspiel von Evaluation und Entwicklung schrittweise gewonnen werden kann – dass also die fortschreitende Optimierung als wichtigste Qualitätsgrundlage betrachtet wird. Das Q2E-Modell aus der Schweiz versteht sich als Hilfestellung für den Aufbau eines ganzheitlichen Qualitätsmanagements an Schulen.

► Austauschplattform

Geschützter Austausch zwischen Schulen und Evaluationsteams

Die Austauschplattform erleichtert als geschützter Onlinebereich den Austausch von Dokumenten zwischen der Schule und dem Evaluationsteam. Außerdem werden Informationen zum Verfahren und zum Prozess der externen Evaluation über diese Plattform verwaltet.

Jede Schule erhält eine individuelle Zugangsmöglichkeit zu ihrem eigenen Schulordner, in den fortlaufend Informationen und Materialien für den reibungslosen Ablauf der Schulevaluation eingestellt werden (unter anderem auch die Zugangscodes zur Beteiligung an der Onlinebefragung). Zudem laden die Verantwortlichen dort Dokumente zum Qualitätsmanagement ihrer Schule hoch, die vom Evaluationsteam im Vorfeld des Schulbesuchs benötigt werden.

Über jede Änderung im schulindividuellen Ordner werden sowohl die Schule als auch das jeweilige Evaluationsteam automatisch per E-Mail informiert. Dadurch verringert sich der postalische oder elektronische Versand von Informationen und Materialien.

► Onlinebefragung

Einschätzung des schulischen Umfelds

Im Rahmen der Onlinebefragung gibt die Schulleitung ihre Selbstdeklaration zur Bewertung des schulischen Qualitätsmanagements ab. Darüber hinaus haben alle Gruppen der Schulgemeinde die Möglichkeit, ihre Einschätzungen zur Qualitätsarbeit der Schule einzubringen.

An der Onlinebefragung können sich neben der Schulleitung alle Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler ab dem dritten Jahrgang beteiligen sowie Eltern und - bei selbstständigen beruflichen Schulen - auch die Ausbildungsbetriebe.

Die Befragten können ihre individuellen Wertungen zu verschiedenen Aspekten der Qualität von Schule und des Unterrichts abgeben. Je mehr Personen sich daran beteiligen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die der Schule zurückgemeldet werden.

Mit Hilfe der über die Schule verteilten Zugangscodes bleiben die online befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmer anonym. Die Befragung zu verschiedenen schulischen Themenbereichen erfolgt durch Anklicken einer Antwortkategorie unter mehreren vorgegebenen.

Die Bearbeitungszeit des Onlinefragebogens ist für die verschiedenen Befragungsgruppen unterschiedlich: Für jüngere Schülerinnen und Schüler sowie für Eltern ist der Fragebogen kürzer gestaltet. Die Schulleitung erhält zusätzlich zur Bewertung der Items noch die Möglichkeit zu Kommentierungen. Hierfür ist eine etwas längere Bearbeitungszeit einzuplanen.

Über den nachfolgenden Link gelangen Sie zur Onlinebefragung. Bitte halten Sie hierfür Ihren Zugangscode bereit.

Onlinebefragungen

Ein Lehrer in einen Büro vor seinem Notebook; er hebt gerade grüßend die Hand und blickt zum Monitor

Login

Onlinebefragungen

Bei der Onlinebefragung zählt die persönliche Einschätzung der Schulleitung, von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern. Sie können sich mit Ihrem Zugangscode einloggen.

Dateneingabe und Auswertung der Ergebnisse

Eine begonnene Onlinebefragung kann unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden. Der Zugangscode behält auch bei einer Unterbrechung der Bearbeitung seine Gültigkeit innerhalb des mit der Übermittlung des Zugangscodes benannten Zeitraums.

Ein Klick auf die Schaltfläche „Absenden“ beziehungsweise „Fertig“ beendet die Bearbeitung und übermittelt den Onlinefragebogen an die Hessische Lehrkräfteakademie zur Auswertung.

Die Ergebnisse der Befragung werden in den Evaluationsbericht aufgenommen. Zudem erhält die Schule den kompletten Datensatz aller Befragungsergebnisse zur weiteren schulinternen Analyse.

Probleme? 

Bei technischen Problemen wenden Sie sich bitte per E-Mail an schulevaluation.la@kultus.hessen.de.

Wenn Sie Fragen zur externen Evaluation von selbstständigen Schulen (SES) sowie von selbstständigen beruflichen Schulen (SBS) haben, steht Ihnen folgende Kontaktperson für Rückfragen bereit.

Ann-Katrin Todd
Telefon: +49 611 8803-650
Mobil: +49 151 57654579
E-Mail: Ann-Katrin.Todd@kultus.hessen.de