Schulen sollen Orte sein, an denen alle Kinder und Jugendliche gleiche Bildungs- und Teilhabechancen erhalten – unabhängig von Herkunft, Sprache, Lebenslage und Migrationserfahrung. Eine professionelle interkulturelle Bildungsarbeit gelingt nur, wenn die Perspektiven der Betroffenen einbezogen, reflektiert und in pädagogische Prozesse integriert werden.
Abrufangebote
Teilhabekultur und Umgang mit Vielfalt
Lesedauer:3 Minuten
Jedes Kind soll in der Schule seine Stimme finden und Zugehörigkeit sowie Selbstwirksamkeit unter der Bedingung kultureller Vielfalt im Schulalltag erfahren.
Beschluss der KMK
Die Fortbildungen knüpfen inhaltlich an den Beschluss der Kultusministerkonferenz „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ (KMK, 25.10.1996 i.d.F. vom 05.12.2013) an. Darin wird klar formuliert:
„Schulen sind gefordert, allen Kindern und Jugendlichen – unabhängig von Herkunft und Lebenslagen – umfassende Teilhabe an Bildung, beste Lernchancen und die Mitgestaltung eines demokratischen Zusammenlebens zu ermöglichen. Dies erfordert die Entwicklung und Umsetzung pädagogischer Konzepte, die Vielfalt wertschätzen, Integration fördern und strukturelle Diskriminierung abbauen.“
Abrufangebote für Schulen
Die nachfolgend dargestellten Abrufangebote zielen darauf ab, Lehrkräfte und weitere Beschäftige an den Schulen in einer diversitäts- und migrationssensiblen Haltung zu stärken, ihren Sprachgebrauch bewusst und diskriminierungssensibel zu reflektieren sowie wirksame Strategien für Classroom-Management und Teilhabekultur – auch bei wenig gemeinsamer Sprache – zu entwickeln, damit alle Schülerinnen und Schüler Zugehörigkeit, Wertschätzung und Selbstwirksamkeit erfahren können.
Ferner sollen die Beteiligten dazu angeregt werden, Zuschreibungen, Diskriminierungen und rassismuskritische Fragestellungen systematisch mitzudenken und eine möglichst uneingeschränkte Teilhabe zu ermöglichen.
Abrufangebot 1
Professionelles Handeln aus migrationspädagogischer Perspektive
In dieser Veranstaltung reflektieren wir im gegenseitigen Austausch unser professionelles Handeln in der Klasse und in der Schulgemeinschaft aus diversitätssensibler und migrationspädagogischer Perspektive. Dabei beschäftigen wir uns mit grundlegenden Fragen:
Wie kann es gelingen Vielfalt zuzulassen, wertzuschätzen und zu gestalten auf Basis der Menschenrechte, des Grundgesetzes und des Hessischen Schulgesetzes? Wie ordnen wir Differenz, Verschiedenheit und Vielfalt ein und greifen sie pädagogisch auf? Wie können wir Ressourcen aller Schülerinnen und Schüler wahrnehmen, wertschätzen und aktivieren? Wie schaffen wir im Schulalltag Räume, in denen jedes Kind seine Stimme entfalten, Zugehörigkeit erleben und Selbstwirksamkeit entwickeln kann?
Anhand authentischer pädagogischer Situationen entwickeln wir gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für den Schulalltag. Der Workshop versteht sich als Impulsbörse, um die eigene Haltung zu reflektieren, Diversität als Reichtum anzuerkennen und ein Schulklima zu fördern, in dem sich alle Personen der Schulgemeinde gesehen und geachtet fühlen.
Abrufangebot 2
Wir setzen uns in dieser Veranstaltung mit Stereotypen, Vorurteilen und Zuschreibungen in der Sprache auseinander, um ein vertieftes Verständnis für deren Auswirkungen zu gewinnen. Dabei reflektieren wir unseren eigenen Sprachgebrauch kritisch, um bewusster und sensibler miteinander zu kommunizieren. Wie können wir alle Sprachen in den Schulkontext wertschätzend einbinden und eine Sprachkultur fördern, die allen Beteiligten gerecht wird?
Gemeinsam diskutieren wir, inwiefern Sprache als machtvolles Ausdrucksmittel unsere Wahrnehmung beeinflusst.
Wir erproben diskriminierungsfreiere Sprache und reflektieren ihre Bedeutung für eine respektvolle und gleichberechtigte Kommunikationskultur in der Schule.
Abrufangebot 3
Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen mit ihren vielfältigen, zum Teil im Kontext von Flucht und Asyl belasteten Narrativen zu einer Gemeinschaft zusammenzuführen und dabei die Ressourcen aller einzubeziehen, ist der Wunsch der Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte, die mit den Schülerinnen und Schülern im Unterricht arbeiten.
Der Workshop versteht sich als Impulsbörse und geht von grundlegenden Fragen aus: Was ist hilfreich für ein gutes Classroom-Management als Voraussetzung für guten Unterricht, wenn wenig gemeinsame Sprache vorhanden ist? Wie gehen wir pädagogisch mit Verschiedenheit und Vielfalt um? Wie erkennen und aktivieren wir die (sprachlichen) Ressourcen aller Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Sprachstand in der Bildungssprache Deutsch?
In dieser Veranstaltung wollen wir Strategien einer gelingenden Klassenführung mit wenig gemeinsamer Sprache (Routinen, Zeitvorgaben, klare Arbeitsaufträge, Verantwortlichkeiten etc.) vor dem Hintergrund diversitätsbewussten sowie kultursensiblen Handelns erarbeiten und betrachten.
Ihr Weg zum Angebot
Die Fortbildungsangebote richten sich an alle Lehrkräfte, Schulleitungen und weitere Mitarbeitende aller Schulformen.
Wenn Sie als Schule oder als Staatliches Schulamt an dem Angebot interessiert sind, nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit uns auf.
Zuständigkeit
SG II.1-2
Fortbildung für Lehrkräfte, Schulische Integration
Bildungssprache Deutsch, Lesen – Schreiben – Rechnen