Ziel des digitalen Fachnachmittags ist es, Lehrkräfte dabei zu unterstützen, den Einsatz digitaler Werkzeuge – insbesondere KI-basierter Anwendungen – im Mathematikunterricht am Übergang von Klasse 4 zu 5 lernwirksam und reflektiert zu gestalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Medien und Künstliche Intelligenz zur kognitiven Aktivierung im Mathematikunterricht beitragen können – und wo ihre didaktischen, fachlichen und ethischen Grenzen liegen.
Ausgangspunkt ist die Bedeutung kognitiver Aktivierung als einer der drei Basisdimensionen guten Unterrichts. Am Beispiel von Aufgabenformaten, genetischen Lernarrangements und metakognitiven Impulse wird aufgezeigt, wie digitale Werkzeuge und KI-Anwendungen fach-liches Denken anregen können, ohne mathematische Lernprozesse zu verkürzen oder zu ersetzen.
Im ersten Teil des Workshops werden ausgewählte mathematikhaltige Lern-Apps sowie KI-gestützte Anwendungen hinsichtlich ihrer Potentiale und Grenzen analysiert. Dabei werden unterschiedliche Unterrichtsphasen – etwa Erkunden, Problemlösen, Üben, Diagnostizieren und Reflektieren – in den Blick genommen. Diskutiert wird unter anderem, inwiefern KI indi-vidualisierte Lernangebote, adaptive Rückmeldungen und differenzierte Aufgabenformate ermöglichen kann und wo Risiken bestehen, etwa im Hinblick auf fachliche Verkürzungen, Scheingenauigkeit oder den Verlust produktiver Denkprozesse.
Der zweite Teil fokussiert diagnostische Möglichkeiten digitaler Werkzeuge sowie den re-flektierten Einsatz generativer KI im Mathematikunterricht. An konkreten Beispielen werden mathematische Anwendungen praktisch erprobt, weiterentwickelt und didaktisch eingeord-net. Ergänzend werden Audience Response Systeme (ARS) im Hinblick auf formative und summative Diagnose- und Feedbackprozesse analysiert und hinsichtlich ihres Beitrags zu einem kognitiv aktivierenden Mathematikunterricht diskutiert.
Referent:
Prof. Dr. Florian Schacht (Universität Duisburg)