Das Verfahren zeichnet sich durch seine linguistische Fundierung aus. Es war das erste Testverfahren im deutschsprachigen Raum, das nicht nur über Normwerte für einsprachige Kinder, sondern zusätzlich über separate Normwerte für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache im Alter von 3;0 bis 7;11 Jahren verfügt und dabei auch die Kontaktdauer zum Deutschen berücksichtigt.
LiSe-DaZ® ermöglicht es, den individuellen Sprachstand von Kindern mit Deutsch als Erstsprache und Deutsch als Zweitsprache zuverlässig einzuschätzen und den Förderbedarf zu bestimmen. Die quantitative Auswertung, also der Vergleich der Ergebnisse mit den Normwerten, erlaubt es darüber hinaus festzustellen, ob ein Kind verglichen mit gleichaltrigen Kindern des gleichen Erwerbtyps und gleicher Kontaktdauer sprachunauffällig ist.
Erzielt ein Kind stark unterdurchschnittliche Ergebnisse, könnte dies zum Beispiel ein Hinweis auf eine spezifische Sprachentwicklungsstörung sein. In diesem Fall ist es ratsam, mit den Eltern zu sprechen, damit sie das Kind kindermedizinisch untersuchen lassen.
Auf der Basis einer qualitativen Auswertung ist das Verfahren auch bei älteren Kindern ohne Vergleichsnorm einsetzbar, etwa bei Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern. Entwicklungsfortschritte können sichtbar gemacht werden, indem das Verfahren mit einigem zeitlichem Abstand erneut durchgeführt wird.