Schulkinder, die miteinander reden

Linguistische Sprachstandserhebung – Deutsch als Zweitsprache (LiSe-DaZ®)

In der zweiteiligen Fortbildungsreihe lernen Lehrkräfte und Sprachförderkräfte die „Linguistische Sprachstandserhebung – Deutsch als Zweitsprache“ (LiSe-DaZ®, Schulz & Tracy, 2011) kennen. Sie üben die Durchführung und Auswertung und reflektieren über verschiedene Möglichkeiten der Verwendung in der Praxis.

Die Fortbildungsreihe vermittelt Grundlagen zur linguistisch fundierten Sprachstandserhebung mit LiSe-DaZ® und ermöglicht, das Verfahren praktisch kennenzulernen, durchzuführen und auszuwerten.

Die Themen der Fortbildungsreihe sind:

  • Verfahren und Methoden zur Sprachstandserfassung im Überblick,
  • Linguistische Grundlagen von LiSe-DaZ®,
  • Ziele und Zielgruppen von LiSe-DaZ®,
  • Untertests zur Erfassung der Sprachproduktion,
  • Untertests zur Erfassung des Sprachverständnisses und
  • Fördermöglichkeiten im Anschluss an LiSe-DaZ®.

Idealerweise haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits die Fortbildungsreihe Sprachförderprofis Öffnet sich in einem neuen Fensterbesucht oder bringen erste Erfahrungen im Bereich der Sprachstandserfassung mit. Dies ist aber keine unbedingte Voraussetzung.

Sprachstandserfassung im Vorlaufkurs und rund um die Einschulung

Das Verfahren LiSe-DaZ® (Schulz & Tracy, 2011) zur Sprachstandserfassung ist vor allem für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache im Alter von drei bis sieben Jahren konzipiert. Es wird in der Handreichung des HMKB für Vorlaufkurse als eines von drei wissenschaftsbasierten Verfahren zur Sprachstandsfeststellung vorgeschlagen.

LiSe-DaZ®

Das Verfahren zeichnet sich durch seine linguistische Fundierung aus. Es war das erste Testverfahren im deutschsprachigen Raum, das nicht nur über Normwerte für einsprachige Kinder, sondern zusätzlich über separate Normwerte für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache im Alter von 3;0 bis 7;11 Jahren verfügt und dabei auch die Kontaktdauer zum Deutschen berücksichtigt.

LiSe-DaZ® ermöglicht es, den individuellen Sprachstand von Kindern mit Deutsch als Erstsprache und Deutsch als Zweitsprache zuverlässig einzuschätzen und den Förderbedarf zu bestimmen. Die quantitative Auswertung, also der Vergleich der Ergebnisse mit den Normwerten, erlaubt es darüber hinaus festzustellen, ob ein Kind verglichen mit gleichaltrigen Kindern des gleichen Erwerbtyps und gleicher Kontaktdauer sprachunauffällig ist. 

Erzielt ein Kind stark unterdurchschnittliche Ergebnisse, könnte dies zum Beispiel ein Hinweis auf eine spezifische Sprachentwicklungsstörung sein. In diesem Fall ist es ratsam, mit den Eltern zu sprechen, damit sie das Kind kindermedizinisch untersuchen lassen. 

Auf der Basis einer qualitativen Auswertung ist das Verfahren auch bei älteren Kindern ohne Vergleichsnorm einsetzbar, etwa bei Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern. Entwicklungsfortschritte können sichtbar gemacht werden, indem das Verfahren mit einigem zeitlichem Abstand erneut durchgeführt wird.

LiSe-DaZ® erfasst unter anderem die Fähigkeiten zur Produktion von Haupt- und Nebensätzen, die Markierung des Kasus sowie das Verstehen von W-Fragen. So wird beispielsweise mithilfe einer Bildergeschichte erfasst, ob ein Kind schon Nebensätze produzieren kann.

Aus den Ergebnissen der Erhebung lassen sich Hinweise auf Förderziele für den Vorlaufkurs oder den Förderunterricht ableiten, etwa die Produktion von Nebensätzen. Mit den überprüften zentralen Bereichen der Sprachproduktion und des Sprachverstehens erfasst LiSe-DaZ® insbesondere Aspekte, die für die Teilhabe an Alltags- und Unterrichtsgesprächen in der Schule relevant sind. 

Die Sprachstandserfassung mit LiSe-DaZ® eignet sich als Ausgangsbasis für eine linguistisch fundierte Sprachförderung nach dem Konzept der Sprachförderprofis.

Anmeldung zur Fortbildung

Die Anmeldung zur Fortbildungsreihe erfolgt über die Ausschreibung im landesweiten Veranstaltungskatalog. Den Link zur Ausschreibung finden Sie bei den aktuell ausgeschriebenen Termine.  

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