20 Jahre Deutsch für den Schulstart in Hessen – den Übergang aus den Vorlaufkursen in die Grundschule gemeinsam gestalten
Arbeitsgruppen
Übersicht über die Themen der Arbeitsgruppen
26.09.2026
Fachtag „Wir wollen, dass alle Kinder von Anfang an mitreden können“
Arbeitsgruppe 1
Kleine Filme als Erzähl- und Sprechanlass erstellen
Stop Motion und Legetrick
In dieser praxisorientierten Arbeitsgruppe geht es um das Erstellen von Trickfilmen als kreativen Erzähl- und Sprechanlass.
Altersgerecht werden inhaltliche Ideen in ein filmisches Projekt für Kinder von etwa 5 bis 7 Jahren übersetzt und dieses als Instrument der Sprachförderung genutzt. Die Teilnehmenden lernen, wie sie eigene Ideen und Themen methodisch und technisch in einem kurzen Animationsfilm umsetzen können, um den Spracherwerb spielerisch zu begleiten. Der Workshop bringt die Grundlagen von „Stop Motion“ näher und fokussiert sich auf die Methode des „Legetricks“. Dabei durchlaufen die Teilnehmenden den gesamten kreativen Produktionsprozess von der Ideenfindung und dem gemeinsamen Entwickeln einer Geschichte über das Bewegen der flachen Figuren und Materialien unter der Kamera bis hin zur Vertonung, die das aktive Sprechen fördert.
David Regehly (Medienbildungszentrum Süd)
Arbeitsgruppe 2
Mathematik und Sprache am Übergang gemeinsam fördern
Materialien und Ideen aus dem Projekt SEM (Sprache, Emotion, Mathematik)
Beim Mathematiklernen spielt Sprache eine zentrale Rolle: Sie ist nicht nur ein Medium des Lernens, sondern zugleich eine wichtige Voraussetzung und kann unter Umständen auch zur Hürde werden. Besonders am ersten Bildungsübergang von der Kita in die Grundschule ist es daher wichtig, den Aufbau und die Vertiefung mathematischer Basiskompetenzen eng mit sprachlicher Förderung zu verbinden und diesen Prozess sensibel zu begleiten. Dabei gilt es, der großen Vielfalt an sprachlichen und mathematischen (Vor-)Kenntnissen der Kinder gerecht zu werden.
Im Projekt SEM – Sprache, Emotion, Mathematik wurden hierfür fach- und sprachintegrierte Materialien und Aktivitäten im Bereich Mengen, Zahlen und Zählen entwickelt und in Vorklassen erfolgreich erprobt und evaluiert. (Goethe-Universität — SEM - Sprache, Emotion, Mathematik)
Im Workshop wird das Förderkonzept vorgestellt und das entwickelte Material von den Teilnehmenden erkundet und ausprobiert.
Prof. Susanne Schnell (Goethe-Universität Frankfurt)
Arbeitsgruppe 3
Werte – mehr als Worte. Vermittlung von Werten im Vorlaufkurs
Wir stellen uns der Frage, wie Werte im Vorlaufkurs vermittelt werden können. Dabei behandeln wir die Rolle der Vorbildfunktion und des Classroom Managements und erarbeiten am Beispiel ausgewählter Spiele von Deutsch für den Schulstart, welche wertebildenden Überlegungen und Ergänzungen ein Förderspiel für die Wertevermittlung nutzbarer machen können.
Ellen Zentgraf und Evin Cangir (Hessische Lehrkräfteakademie)
Arbeitsgruppe 4
Die Übergänge vor und nach dem Vorlaufkurs gestalten
Wie können Schulen ermitteln, welche Kinder den Vorlaufkurs besuchen sollen? Nach welchen Kriterien soll über die Aufnahme in den Vorlaufkurs entschieden werden? Wie können die Übergänge zwischen Kita und Vorlaufkurs und später in das 1. Schuljahr gestaltet werden (Abschlussbericht, Hospitationen, Anschlussförderung) ?
Über diese Fragstellungen wollen wir uns mit Leitungen und Lehrkräften austauschen und Anregungen weitergeben.
Martina Goßmann und Mirjam Zinganell (Hessische Lehrkräfteakademie)
Arbeitsgruppe 5
Sprachförderung mit Musik und Bewegung
Durch das Zusammenspiel von Sprechen, Singen, Musizieren, Bewegung und szenischem Gestalten werden Sprachkompetenzen auf motivierende und ganzheitliche Weise gefördert.
In dieser Arbeitsgruppe erfahren Sie, wie Musik, Bewegung und Tanz gezielt zur Sprachförderung und zum literarischen Lernen eingesetzt werden können. Ausgehend vom Bilderbuch „Vom kleinen Siebenschläfer, der seine Schnuffeldecke nicht hergeben wollte“ von Sabine Bohlmann und Kerstin Schoene werden vielfältige kreative und spielerische Zugänge zur Sprache eröffnet.
Die vorgestellten Unterrichtsideen folgen einem modularen Baukastenprinzip und lassen sich flexibel an unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Unterrichtssituationen anpassen. Sie sind unmittelbar in der Praxis einsetzbar und bieten vielfältige Anregungen für einen sprachsensiblen und kreativen Unterricht.
Birgit Jeschonneck (Universität Kassel)
Arbeitsgruppe 6
Rollenspiele im Zweitspracherwerb – Sprachförderung durch szenisches Handeln
Im Mittelpunkt der Fortbildung stehen Rollenspiele als wirksames und handlungsorientiertes Instrument der Sprachförderung im Zweitspracherwerb.
Anhand praxisnaher Beispiele wird gezeigt, wie Wortschatzarbeit, Scaffolding-Strategien und weitere sprachliche Unterstützungssysteme gezielt in die Rollenspielarbeit integriert werden können. Dabei steht die entwicklungsproximale Förderung im Fokus, um sprachliche Lernangebote passgenau an den individuellen Sprachstand der Kinder anzuschließen.
Neben einer Einführung in die Grundlagen der entwicklungsproximalen Sprachförderung und die Potenziale des szenischen Spiels bietet der Workshop Möglichkeiten zum praktischen Ausprobieren und zur Reflexion. Ziel ist es, die Teilnehmenden dabei zu unterstützen, sprachförderliche Lernumgebungen zu gestalten, in denen Kinder die deutsche Sprache aktiv und nachhaltig erwerben und weiterentwickeln können.
Aleksandra Mungenast (Hessische Lehrkräfteakademie)
Arbeitsgruppe 7
Auf die Bühne, fertig, los!
Mimi, Drako und die Sockenpuppe eröffnen Kindern spielerisch die Welt des Zweitsprachenerwerbs
Diese Arbeitsgruppe widmet sich dem Potenzial von Handpuppen in der Sprachbildung. Im Rahmen des Konzepts „Deutsch für den Schulstart“ begleiten seit vielen Jahren die Handpuppen Mimi und Drako Kinder beim Spracherwerb.
Sie erhalten einen Einblick in aktuelle Erkenntnisse zum Einsatz von Hand- und insbesondere Klappmaulpuppen in der Sprachvermittlung und erfahren, wie Puppen als motivierende Gesprächspartner, Sprachvorbilder und Brückenbauer eingesetzt werden können. Anhand von Beispielen aus verschiedenen Sprachlernkontexten – von Deutsch als Zweitsprache bis zum Fremdsprachenunterricht – werden unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten vorgestellt und gemeinsam reflektiert.
Der Workshop verbindet theoretische Grundlagen mit praxisnahen Impulsen und zeigt, wie Handpuppen Sprachlernprozesse unterstützen, Sprechanlässe schaffen und Hemmungen abbauen können.
Dorothea Slevogt (Zentrum für Entwicklung und Lernen, Heidelberg)