Fair gehandelte Lebensmittel

Der Kauf fair gehandelter Lebensmittel garantiert unter anderem das Verbot von Kinderarbeit und fördert die Infrastruktur in den Herkunftsländern. Ungefähr zwei Drittel aller Fair-Trade-Produkte sind zudem ökologisch-zertifizierte Produkte. Die schulische Ernährungsbildung kann bewusstere Konsum-Entscheidungen fördern und einen wichtigen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit rund um den Globus leisten.
Bananenbauer, der gerade eine Staude Bananen auf seinem Rücken trägt

Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern

Kaffeebohnen, Kakao oder Bananen, diese eigentlich sehr exotischen Rohstoffe sind jederzeit und überall verfügbar und erwecken längst nicht mehr einen so exotischen Eindruck. Deshalb ist es umso wichtiger, mit einem Blick über den Tellerrand die sozialen Bedingungen der Kleinbauern in den Herkunftsländern zu hinterfragen.

Der Kauf fair gehandelter Lebensmittel bietet eine Möglichkeit, Erzeugern ein besseres Grundeinkommen zu gewährleisten, garantiert das Verbot von Kinderarbeit und fördert die Infrastruktur in den Herkunftsländern. Ungefähr zwei Drittel aller Fair-Trade-Produkte sind zudem ökologisch-zertifizierte Produkte. Die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Anbaugebieten wird durch höhere Umweltauflagen und Schutzmaßnahmen gefördert.

Wird in der Schule etwa über die Ernährungsbildung, über Aktionen und Projekte oder über ein faires Angebot am Schulkiosk für das Thema und bewusste Konsumentscheidungen sensibilisiert, kann ein Beitrag für mehr Gerechtigkeit rund um den Globus geleistet werden.

Ideen und Anregungen für die Umsetzung 

Hessische Schulen aller Schulformen, die sich für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung engagieren und den Nachhaltigkeitsgedanken in Unterricht, Schulleben und –kultur integrieren möchten, können sich um die Auszeichnung „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ bewerben.

Hessische Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft

Die Möglichkeiten für ein Engagement im Rahmen der Umweltbildung sind vielfältig: 

Egal, ob Sie sich mit den Schülerinnen und Schülern für eine ökologische Gestaltung des Schulgeländes oder für eine Abfallvermeidung engagieren wollen oder Themen des globalen Lernens und des Fairen Handels in den Blick nehmen – Ihre Schritte zur Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und vom Hessischen Kultusministerium gewürdigt.

Unterstützt werden die Schulen in ihrem Prozess von elf regionalen hessischen Umweltbildungszentren. Nähere Informationen zur Auszeichnung „Hessische Umweltschule“ finden Sie über nachfolgende Links:

Hessische Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft
Flyer „Hessische Umweltschule“ (PDF)

Ihre Ansprechpartnerin

Silke Bell
Landeskoordination hessische Umweltschulen
Fachberatung Bildung für nachhaltige Entwicklung

Tel.: 0611 8151-361
E-Mail: Silke.Bell@kultus.hessen.de
 

Fair-Trade-Schule

Ihre Schulgemeinde setzt sich – auch in der Schulverpflegung – aktiv für fair gehandelte Lebensmittel ein? Dann könnte Sie das interessieren: Unabhängig von Schulform und -größe haben Schulen bundesweit die Möglichkeit, sich im Hinblick auf ihr Engagement für einen fairen Handel für die Auszeichnung zur Fair-Trade-Schule zu bewerben.

In Hessen haben sich bereits zahlreiche Schülerinnen und Schüler zu Fair-Trade-Botschafterinnen und -botschaftern ausbilden lassen und setzen sich nun aktiv für einen fairen Handel an ihrer Schule und deren Umfeld ein. Der Verein Transfair e. V. ist Träger der Kampagne.
 
Weiterführende Links:

Fair trade schools

Erste Fair-Trade-Schülerinnen- und Schülerakademie in Hessen

FaireTrade-Siegel – was steckt dahinter?

Ein Blick in die Zutatenliste von Produkten aus fairem Handel lohnt sich, denn nur Produkte die aus einem Rohstoff bestehen müssen – bei Deklarierung eines fairen Handels – auch zu 100 % aus fairem Handel stammen.

Bei weiterverarbeiteten Produkten muss das nicht der Fall sein, das bedeutet, dass einzelne Rohstoffe die Anforderungen an einen Bezug aus fairem Handel nicht erfüllen müssen.
 
Im Gegensatz zur Deklaration ökologischer erzeugter Lebensmittel mit „bio“, ist die Bezeichnung „fair“ bei der Deklaration von Produkten rechtlich nicht geschützt. Wie auch bei der Vergabe von Bio-Siegeln liegen unterschiedliche Anforderungskriterien zu Grunde, deren Einhaltung vor Zertifizierung von einer unabhängigen Prüfstelle kontrolliert werden.
 
Anerkannte Fair-Handels-Unternehmen (Importorganisationen)

  • werden bei einer Mitgliedschaft in der World Fair Trade Organisation (WFTO) oder im Weltladen Fachverband vom Forum Fairer Handel anerkannt (z. B.: GEPA, EL Puente, Banafair e. V. oder Globo – Fair Trade Partner)
  • arbeiten zu 100 % nach den Grundsätzen des fairen Handels und vermarkten ausschließlich Produkte des fairen Handels
     

Ein Überblick im Siegel-Dschungel

Es kann zwischen Produktsiegeln, Markensiegeln und Regionallabels unterschieden werden. Dabei werden in den jeweiligen Richtlinien neben ökologischen Kriterien insbesondere soziale Kriterien verankert. Die Siegel können eine hilfreiche Unterstützung beim Einkauf fair gehandelter Lebensmittel darstellen – für mehr Transparenz ist immer ein Blick in den Anforderungskatalog des jeweiligen Siegels wichtig.
 
Weiterführende Links:

LABEL ONLINE der Verbraucher Initiative e. V.
(Tipp: Bei der Eingabe von „fair“ in die Suchmaske erscheinen im Bereich „Essen und Trinken“ unter dem Kategoriezusatz „Fairer Handel“ und „Sozialsiegel“ 30 verschiedene Siegel)

Forum Fairer Handel e. V. – Fair gehandelte Produkte erkennen

Forum Fairer Handel e. V. – Fairer Einkauf

WFTO-Standards für Organisationen des Fairen Handelns (BMZ)

Fairer Handel: Einkauf mit gutem Gewissen (Verbraucherzentrale)

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