Jugendmedienschutz

In Deutschland besteht der Jugendmedienschutz darin, Minderjährige vor bestimmten Einflüssen aus der Welt der Erwachsenen zu schützen, die für ihren Entwicklungsstand nicht geeignet sind oder sich störend oder sogar schädigend auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen auswirken können.

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Mädchen, das den Kopf auf ihre Hände aufstützt und auf einem Notebook tippt

Rechtliche Rahmenbedingungen

Bei Computerspielen gilt im Rahmen des Jugendmedienschutzes das Prinzip der "regulierten Selbstregulierung". Der Staat schafft dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen, freiwillige Selbstkontrolleinrichtungen sorgen für die praktische Umsetzung. Um die Eigenverantwortung der Unternehmen zu stärken, liegt die Realisierung dieser Maßnahmen bei den Herstellern von Computerspielen.

Der Schutz von Minderjährigen vor problematischen Medieninhalten ist in Deutschland durch das Jugendschutzgesetz (JuSchG) und den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) geregelt, während das Jugendschutzgesetz (JuSchG) den Umgang mit Trägermedien vorschreibt.

Mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) der Länder wurde eine einheitliche Rechtsgrundlage für den Jugendschutz in den elektronischen Medien wie beispielsweise im Internet, Fernsehen oder Hörfunk geschaffen. Ziel des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags ist der einheitliche Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien, die deren Entwicklung oder Erziehung beeinträchtigen oder gefährden, sowie der Schutz vor solchen Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien, die die Menschenwürde oder sonstige durch das Strafgesetzbuch geschützte Rechtsgüter verletzen.

Das Jugendschutzgesetz dient dem Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit. Es regelt den Verkauf, die Abgabe und den Konsum von Tabak und Alkohol, die Abgabe, zum Beispiel Verkauf und Verleih, von Filmen und Computerspielen sowie den Aufenthalt in Gaststätten und bei Tanzveranstaltungen (zum Beispiel in Diskotheken).
Rechtsgrundlage für den Jugendschutz in elektronischen Medien (Internet, Fernsehen, Rundfunk) ist der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder in dem die gesetzlich verbindlichen Maßnahmen und Regelungen für den Jugendschutz im Rundfunk und den Telemedien festgehalten sind.

Projekte, Initiativen und Beratungsangebote zum Jugendmedienschutz

Beratungsangebote in Hessen

Seit 2010 ist ein Landeskoordinator zum Jugendmedienschutz am Hessischen Kultusministerium eingesetzt. Dieser sammelt Informationen, beobachtet neue Entwicklungen, prüft und bewertet diese hinsichtlich ihrer Auswirkungen und der Verwertbarkeit für Schulen. Darauf basieren Informationen und Beratung der Staatlichen Schulämter und der Schulen sowie der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Lehrerfortbildung.

Das Projekt „Cool und Safe“, das vom Hessischen Kultusministerium unterstützt wird, bietet webbasierte Trainings für Grundschulkinder an. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei für mögliche Gefahrenquellen sensibilisiert. Gleichzeitig werden Handlungsoptionen aufgezeigt, wie man sich vor Übergriffen schützen kann.

Das Pilotprojekt „Digitale Helden“ wurde 2012 entwickelt. Schülerinnen und Schüler aus dem Klassen 7 bis 9 stellen jüngeren Kindern in diesem Peer-Education-Programm ihre Erfahrung und Ausbildung im Bereich des Jugendmedienschutzes zur Verfügung. Betreut werden die Digitalen Helden von Lehrkräften sowie externen Mediatorinnen und Mediatoren.

Das HKM-Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD)“ hat sich zum Ziel gesetzt, Schulen bei der nachhaltigen Implementierung von gewaltpräventiven Programmen und der Entwicklung einer demokratischen Schulkultur zu unterstützen. Kooperationen ergeben sich beispielsweise bei den Themen „Cybermobbing“ und „sexualisierte Gewalt“ im Internet. 

Das HKM-Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD)“ hat sich zum Ziel gesetzt, Schulen bei der nachhaltigen Implementierung von gewaltpräventiven Programmen und der Entwicklung einer demokratischen Schulkultur zu unterstützen. Kooperationen ergeben sich beispielsweise bei den Themen „Cybermobbing“ und „sexualisierte Gewalt“ im Internet. 

Bundesweite und europäische Initiativen und Angebote

Das „Safer Internet Programm“ unterstützt Safer Internet Zentren in 27 europäischen Ländern. Ziel ist es, bei Kindern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern die Medienkompetenz und Sensibilisierung für Gefahren im Internet zu fördern. Das Programm bietet eine telefonische Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche zu Online-Problemen an sowie eine Meldestelle für illegale Inhalte.

Ziel der EU-Initiative „Klicksafe“ ist es, die Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet zu fördern und alle Beteiligten für Fragen des Jugendschutzes zu sensibilisieren. Klicksafe zeichnet jährlich besonders sichere und kinderfreundliche Webseiten aus. Zudem stellt Klicksafe umfangreiche Unterrichtsmaterialien sowie Leitfäden für die Kommunikation im Netz bereit. 

„Jugendschutz.net“ kontrolliert das Internet und sorgt für die Einhaltung des Jugendschutzes. Das Projekt wurde 1997 von den Jugendministern aller Bundesländer gegründet, um jugendschutzrelevante Angebote im Internet zu überprüfen und auf die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen zu drängen. Ziel ist ein vergleichbarer Jugendschutz wie in traditionellen Medien. Verstöße können über eine Hotline gemeldet werden.

Der Chat-Atlas ist ein Angebot von „jugendschutz.net“. Er enthält kurze Beschreibungen ausgewählter Chats, Communitys und Instant Messenger und gibt eine Übersicht über die Sicherheitsmaßnahmen der Angebote. Eine zusammenfassende Beurteilung der Sicherheit erleichtert die Auswahl des richtigen Chat-Angebots.

Die KJM ist die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten bundesweiten Fernsehen sowie im Internet. Ihre Aufgabe ist es, für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu sorgen und im Rahmen der regulierten Selbstregulierung die Selbstverantwortung der Anbieter zu fördern. Eltern können über die Webseite Verstöße gegen das Jugendmedienschutzgesetz melden.

Die FSK klärt darüber auf, was Anbieter und Produzenten von Medien mit Blick auf den Jugendschutz beachten müssen. Im Zentrum der Arbeit stehen freiwillige Altersfreigabeprüfungen von Filmen und anderen Trägermedien, die in Deutschland für die öffentliche Vorführung und Verbreitung vorgesehen sind. Betreiber von Internetseiten finden umfassende Informationen in Form von Leitfäden und Checklisten, was bei der Gestaltung von Online-Shops oder Webseiten zu berücksichtigen ist.

Das I-KiZ wurde 2012 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als kinder- und jugendpolitisches Forum auf Bundesebene geschaffen, um den Jugendschutz im Internet durchzusetzen. Das I-KiZ entwickelt Strategien, wie die Gefahren im Internet für Kinder und Jugendliche verringert werden können. Zudem thematisiert I-KiZ kontinuierlich jugendschutzrelevante Themen und bündelt die Möglichkeiten aller beteiligten Akteure, um Vorschläge zu erarbeiten, wie eine intelligente und zeitgemäße Gesamtstrategie aussehen kann.

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