Nationale Bildungsstandards als Grundlage der hessischen Kerncurricula

Das Kerncurriculum Hessen für die Primarstufe und Sekundarstufe I (KCH) sowie die weiteren Kerncurricula für die gymnasiale Oberstufe setzen die nationalen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz in Hessen um.

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Schülerinnen und Schüler während des naturwissenschaftlichen Unterrichts

Das Konzept der nationalen Bildungsstandards

In den Jahren 2002 bis 2004 hat die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) nationale Bildungsstandards für die Primarstufe (Deutsch und Mathematik), für den Mittleren Bildungsabschluss (Deutsch, Mathematik, Englisch/Französisch, Naturwissenschaften), für den Hauptschulabschluss (Deutsch, Mathematik, Englisch/Französisch) sowie 2012 für die gymnasiale Oberstufe (Deutsch, Mathematik, Englisch/Französisch) eingeführt.

Bildungsstandards bilden die Grundlage für die landesspezifischen Curricula

Alle Bundesländer, so auch Hessen, haben sich verpflichtet, die nationalen Bildungsstandards als Grundlage für den Unterricht zu übernehmen und im Rahmen der Erarbeitung landesspezifischer curricularer Vorgaben, in der Unterrichtsentwicklung und der Lehrerfortbildung zu implementieren. Die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz als länderübergreifender Bildungsplan sind in den hessischen Kerncurricula der Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II berücksichtigt und konkretisiert und fördern somit den kompetenzorientierten Unterricht.

Intendiert ist eine Vergleichbarkeit schulischer Anforderungen an den Kompetenzerwerb der Kinder und Jugendlichen in den jeweiligen Bildungsabschnitten und für die entsprechenden Abschlussprofile mit dem Ziel der Qualitätssicherung und der Wahrung von Chancengleichheit im Schulsystem. Bildungsstandards haben nicht das Ziel, Bildung zu standardisieren, noch viel weniger geht es dabei um eine Standardisierung wichtiger individueller Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung.

Das Können der Schülerinnen und Schüler steht im Vordergrund

Die Erwartungen an das Können – im Sinne der verständigen und verantwortungsbewussten Anwendung von Wissen – werden in Bildungsstandards gefasst als nachweisbare Ziele und Ergebnisse von Unterricht. Bildungsstandards benennen den Ausprägungsgrad einer Kompetenz, über die Kinder und Jugendliche am Ende eines Bildungsganges (auf einen Abschluss bezogen) verfügen sollen. Bildungsstandards sind als Regelstandards formuliert.

Anders als Lehrpläne sind die durch Beschlüsse der Kultusministerkonferenz (KMK) formulierten Standards keine Sammlungen zu vermittelnder Inhalte, sondern sie benennen fachbezogene Kompetenzen mit thematisch-inhaltlichen Bezügen. Das Kerncurriculum Hessen (KCH) weist entsprechend für die Primarstufe und Sekundarstufe I Bildungsstandards in Verbindung mit Inhaltsfeldern als Kerncurriculum aus.

Der Erwerb einer Kompetenz und ihr jeweiliger Ausprägungsgrad zeigen sich in der Fähigkeit, Aufgaben zu lösen, die nicht im schematischen Abfragen von erlerntem Wissen bestehen, sondern Problemlösungen erfordern. Die dafür notwendigen Kompetenzen ermöglichen den Transfer von Bekanntem auf etwas Neues. Kompetenzen sind deshalb die Verbindung von Wissen und Können. Ihr Erwerb ist daher immer gebunden an die aktive Auseinandersetzung mit konkreten und zentralen Inhalten des Faches beziehungsweise problemorientierten fachlichen, fachübergreifenden und überfachlichen Fragestellungen.

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