Die hessischen Kerncurricula

Der besondere „hessische Weg“ geht über die Implementierung der durch die Kultusministerkonferenz (KMK) formulierten Bildungsstandards für Hauptfächer und bestimmte Nebenfächer hinaus.

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Schülerinnen und Schüler diskutieren bei einer Gruppenarbeit während des Unterrichts

Aufbau von Kompetenzen zum Ziel

Mit den Kerncurricula sichert Hessen bereits seit einigen Jahren den Weg einer konsistenten Kompetenzentwicklung. Für alle Schülerinnen und Schüler von der Primarstufe über alle Bildungsgänge der Sekundarstufe I bis zum Abschluss der gymnasialen Oberstufe sind die Kerncurricula bereits verbindliche Grundlage des Unterrichts in allen Fächern.

Die Kerncurricula beinhalten neben überfachlichen Kompetenzbereichen verbindliche fachbezogene Bildungsstandards als Könnensformulierungen (Kompetenzen), die aber grundsätzlich keine Aussagen über konkrete Unterrichtsinhalte enthalten. Sie werden daher ergänzt um den inhaltlich unverzichtbaren Kern eines Faches (Inhaltsfelder in den Kerncurricula der Primarstufe und der Sekundarstufe I) bzw. um verbindliche inhaltliche Festlegungen (Themenfelder in den Kerncurricula der gymnasialen Oberstufe).

Damit wird das Prinzip des kompetenzorientierten Unterrichts gestärkt, indem sich Wissen und Können der Lernenden ergänzen, die Anwendung von Wissen also im Zentrum steht.

Entwicklung der Kerncurricula

Der besondere „hessische Weg“ geht über die Implementierung der durch die Kultusministerkonferenz formulierten Bildungsstandards für Hauptfächer und bestimmte Nebenfächer hinaus. In Hessen wurden für alle Unterrichtsfächer der Primarstufe und Sekundarstufe I, der gymnasialen Oberstufe sowie für das berufliche Gymnasium Kerncurricula entwickelt. 

Die Hessische Lehrkräfteakademie ist bei der Erstellung und Weiterentwicklung aller Kerncurricula federführend, leistet damit einen zentralen Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsqualität und versteht sich als Unterstützer bei Fragen auf curricularer Ebene. Die Hessische Lehrkräfteakademie arbeitet dabei mit Fachgruppen, bestehend aus erfahrenen Lehrkräften aller Schulformen sowie Ausbildungsleiterinnen und –leitern, zusammen. Anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen und begleiten alle Arbeitsvorhaben konzeptionell und fachdidaktisch.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit findet bei der Erstellung neuer Kerncurricula über ein bewährtes Online-Rückmeldeverfahren statt. Bei diesem informellen Beratungsverfahren werden die jeweiligen Entwürfe lange vor der Inkraftsetzung im Internet veröffentlicht, um der interessierten Fachöffentlichkeit die Möglichkeit entsprechender Rückmeldungen zu geben.

Über die entsprechenden Gremien auf Landesebene werden in einem zweiten Schritt auch Schülerinnen und Schüler sowie Eltern offiziell beteiligt. Beide Verfahren erhöhen somit nicht nur Transparenz und Legitimation der Kerncurricula, sondern sind auch wichtige Säulen der Qualitätssicherung.

Bei weiteren Fragen

Weitere Arbeitsmaterialien und Veröffentlichungen zum kompetenzorientierten Unterrichten sowie Bezugsmöglichkeiten für die hessischen Kerncurricula finden Sie im Publikationsverzeichnis des Hessischen Kultusministeriums.
 
Aktuelle Fortbildungs- und Beratungsangebot zur Kompetenzorientierung finden Sie im hessenweiten Veranstaltungskatalog.

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