Fragebögen zur Unterrichtsqualität

Schülerinnen und Schüler verfügen über eine gute Diagnosekompetenz und können die Stärken und Schwächen von Lehrkräften und deren Unterricht treffsicher und in der Regel fair benennen. Zwar können sie zu fachdidaktischen und curricularen Aspekten des Unterrichts kaum Aussagen machen, sie haben aber ein gutes Bild davon, wie Unterricht verläuft und wie er verbessert werden könnte.
Lehrerin in einerm blauen Pullover vor einer Klasse während des Unterrichts

Warum sollten Schulen den Fragebogen einsetzen?

Die Fragebögen zur Unterrichtsqualität geben der Lehrkraft detaillierte Informationen sowohl über ihr allgemeines Unterrichtsverhalten als auch über die Gestaltung der Unterrichtsprozesse aus Sicht der Schülerinnen und Schüler.

Darüber hinaus ermöglichen sie den Vergleich dieses Schülerfeedbacks mit der Selbsteinschätzung der Lehrperson. Das systematische Feedback von Schülerinnen und Schülern ist dabei weniger als Beurteilungsinstrument zu begreifen, sondern eher als Entwicklungsinstrument mit dem Ziel, die Unterrichtsprozesse und die Lernergebnisse zu verbessern.

Wie ist der Fragebogen aufgebaut?

Die Fragebögen für die Sekundarstufen I und II bestehen aus je zwei Teilen. In Teil A „Allgemeines Unterrichtsverhalten“ sind in sieben Dimensionen die wesentlichen Lehrermerkmale aufgeführt, die für erfolgreiche Lernprozesse notwendig sind. Teil B „Gestaltung des Unterrichtsprozesses“ erfasst die Form der Unterrichtsprozesse. Er beinhaltet einen Lernzyklus mit sieben Phasen, der sich an kompetenzorientiertem Lernen orientiert, der schülerorientiert ist und eigenverantwortliches, individualisiertes Lernen im Blick hat.

Die einzelnen Phasen sind noch einmal in verschiedene Dimensionen untergliedert. Beide Teile können unabhängig voneinander eingesetzt werden.

Die Fragebögen bestehen aus 89 Items, die mit einem vierstufigen Antwortformat („stimmt gar nicht", „stimmt eher nicht", „stimmt eher", „stimmt ganz genau") bewertet werden können. Beide Fragebögen stimmen im Aufbau überein, lediglich die Formulierung der einzelnen Items ist der jeweiligen Altersstufe angepasst.

Die Dimensionen von Teil A im Überblick (28 Items):

  • Regelklarheit
  • Zeitmanagement
  • Monitoring / Überblick über das Klassengeschehen
  • Vermittlungskompetenz
  • Schülerorientierung
  • Erziehungshaltung der Lehrperson
  • Leistungserwartungen

Die Dimensionen von Teil B im Überblick (61 Items):

1. Phase: Ausgangssituationen beschreiben

  • Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler
  • Curriculare Verknüpfung

2. Phase: Lernprozesse einleiten

  • Transparenz
  • Relevanz

3. Phase: Adäquate Lernarrangements herstellen

  • Anleitung zur Selbstständigkeit
  • Individualisierung
  • Kooperative Lernprozesse

4. Phase: Verarbeitungs- und Verstehensprozesse einschätzen

  • Diagnosekompetenz

5. Phase: Orientierung anbieten und fördern

  • Lernunterstützung

6. Phase: Lernprozesse steuern

  • Anleitung zur Selbstreflexion
  • Reflexion des Unterrichtsgeschehens
  • Selbstregulierung

7. Phase: Ergebnisse sichern und bewerten

  • Ergebnisse sichern

Für die Auswertung der Papierfragebögen kann eine Excel-Eingabemaske heruntergeladen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Befragung online durchzuführen. Nähere Informationen hierzu finden Sie in der nebenstehenden Box.

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