Gezielte und nachhaltige Schulentwicklung

Der Hessische Referenzrahmen Schulqualität (HRS) schafft die für Schulen notwendige Klarheit darüber, welche Erwartungen und Anforderungen an die Qualität von Schulen gestellt werden. Er benennt die schulischen Qualitätsbereiche und erläutert die entsprechenden Qualitätskriterien. Dadurch bietet der Referenzrahmen Schulen die Möglichkeit, die Qualität ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit ständig zu überprüfen, zu bewerten und effektiv zu steigern.

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Schulleitungsteam bei der konzeptionellen Arbeit; im Vordergrund verschiedene Haftzettel

Orientierungsrahmen zur Schulentwicklung

Mit dem Hessischen Referenzrahmen Schulqualität liegen schulpädagogische und schulorganisatorische Bezugspunkte vor, die eine Orientierung für die Entwicklung der einzelnen Schule als pädagogische Handlungseinheit geben und eine standardbildende Funktion einnehmen können. Damit existiert ein einheitlicher Qualitätsrahmen für die Erfassung und Beurteilung der Güte einer Schule, der die Kriterien transparent macht und eine professionelle Verständigung ermöglicht.

Sieben Qualitätsbereiche

Der Referenzrahmen dient den Schulen und allen am Bildungsprozess Beteiligten zur Orientierung bei der Schulentwicklung durch interne und externe Evaluation. In sieben Qualitätsbereichen werden die Bedingungen für das Gelingen schulischer und unterrichtlicher Prozesse definiert. Sie lassen sich den klassischen Feldern der Schulsystemsteuerung zuordnen:

  • den Voraussetzungen und Bedingungen (Qualitätsbereich I),
  • den Prozessen (Qualitätsbereiche II bis VI) sowie den
  • Ergebnissen und Wirkungen (Qualitätsbereich VII).

Diese systematische Ordnungsstruktur erlaubt es, alle Aktivitäten in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen.

Der Qualitätsbereich I nimmt eine Sonderstellung ein, weil die Schulen in der Regel die Voraussetzungen und Bedingungen nicht oder wenig beeinflussen können. Gleichwohl üben diese Rahmenbedingungen aber einen erheblichen vorstrukturierenden Einfluss auf die Qualität von Schule aus.

Demgegenüber sind alle in den Qualitätsbereichen II bis VI beschriebenen Prozesse von der Einzelschule planvoll zu gestalten. Von zentraler Bedeutung ist der Qualitätsbereich VI Lehren und Lernen, weil es sich hier um die Kernaufgabe der Schule handelt.

Im Qualitätsbereich VII geht es um die erworbenen Kompetenzen, die erreichten Abschlüsse sowie auch die Akzeptanz, die die Lernbedingungen und -erträge bei den beteiligten Personen finden.

Den Qualitätsbereichen sind Dimensionen und Kriterien zugeordnet. Mit ihnen soll einerseits an die Praxis der Schulen angeknüpft werden, andererseits geht es darum, vor dem Hintergrund der aktuellen Schulforschung Grundlinien einer künftigen schulischen Qualitätsentwicklung zu erfassen. Die Kriterien werden durch aufschließende Fragen und mögliche Anhaltspunkte ergänzt.

Die aufschließenden Fragen sollen helfen, den Inhalt und den Bedeutungszusammenhang näher zu bestimmen und sie weisen auf wesentliche Aspekte des jeweiligen Kriteriums hin. Die Formulierung von möglichen Anhaltspunkten soll dagegen konkrete Hinweise auf das vielfältige Spektrum der Umsetzungsmöglichkeiten liefern und damit auch zum Ausdruck bringen, dass ein Kriterium sich auf unterschiedliche Weise realisieren lässt.

Kontinuierliche Fortschreibung

Bei der Entwicklung des Hessischen Referenzrahmen Schulqualität sind erprobte Modelle aus dem In- und Ausland berücksichtigt worden. Er basiert auf einem Rahmenmodell, in dem sowohl die äußeren Bedingungen und Faktoren für eine erfolgreiche Schule als auch die innerschulischen Prozesse und Organisationsformen sowie die Leistungen der Schule für den Lebenserfolg der einzelnen Schülerin beziehungsweise des einzelnen Schülers und für seine beziehungsweise ihre gesellschaftliche Teilhabe in den Blick genommen werden.

Der Hessische Referenzrahmen Schulqualität versteht sich als entwicklungsoffenes Konzept. Auf der Basis aktueller theoretischer Konzepte, empirischer Befunde und schulpraktischer Erfahrungen wird der Referenzrahmen kontinuierlich fortentwickelt, um damit die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung des hessischen Schulwesens zu erweitern.

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