Quereinstieg in den pädagogischen Vorbereitungsdienst des Landes Hessen

In Hessen gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit für einen Quereinstieg in den pädagogischen Vorbereitungsdienst in so genannten Mangelfächern bzw. beruflichen Mangelfachrichtungen. Damit sind Fächer und berufliche Fachrichtungen gemeint, in denen hessenweit dauerhaft zu wenige ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stehen.

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Junge Frau, die lächelnd den Betrachter anschaut; im Hintergrund weitere Personen

Voraussetzungen für einen Quereinstieg

Ein Quereinstieg ist in den folgenden Lehrämtern unter bestimmten Voraussetzungen und nach Prüfung des Einzelfalls gegeben:

  • Lehramt an beruflichen Schulen,
  • Lehramt an Haupt- und Realschulen,
  • Lehramt an Gymnasien.

Bei der Einzelfallprüfung kann ein vorliegender universitärer Studienabschluss einer Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt gleichgestellt werden. In diesem Fall kann eine Bewerberin bzw. ein Bewerber direkt in das Referendariat eintreten.

Nach dem erfolgreichen Ablegen der Zweiten Staatsprüfung können sich die Absolventinnen und Absolventen im Rahmen des üblichen Bewerbungsverfahren für den Schuldienst bewerben. Sollte sich die persönliche Lebensplanung ändern, ist in der Regel auch eine Bewerbung oder Versetzung in ein anderes Bundesland möglich.

Mindestvoraussetzungen und Höchstalter

Zu den Mindestvoraussetzungen zählen ein universitärer Studienabschluss in einem festgelegten Mangelfach, der mindestens mit der Gesamtnote „befriedigend“ bewertet wurde, sowie Studien- und Prüfungsleistungen, aus denen ein zweites Fach als Unterrichtsfach abgeleitet und anerkannt werden kann.

Das Höchstalter liegt derzeit bei 40 Jahren zum Zeitpunkt der Einstellung. Die Altersgrenze von 40 Jahren erhöht sich allerdings für Bewerberinnen und Bewerber, welche

  • die Betreuung mindestens eines mit ihnen in häuslicher Gemeinschaft lebenden Kindes unter achtzehn Jahren nachweisen oder
  • die Pflege eines nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen nahen Angehörigen bzw.
  • einen Dienst im Sinne des § 32 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 HLbGDV (Wehrdienst, Bundesfreiwilligendienst, Entwicklungshelfer, Jugendfreiwilligendienst) abgeleistet haben.

Die Dauer der Betreuung, der Pflege bzw. des Dienstes wird auf das Höchstalter angerechnet. Entsprechende Bescheinigungen sind den Bewerbungsunterlagen beizufügen. Insgesamt darf jedoch eine Höchstaltersgrenze von 45 Jahren nicht überschritten werden.

Bewerberinnen und Bewerber mit Behinderungen werden gemäß § 2 Abs. 2 und 3 SGB IX unter Berücksichtigung der geltenden Bestimmungen bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Möglichkeiten für einen Quereinstieg nach Lehrämtern

Die Bewerbungswege für einen Quereinstieg sind je nach Lehramt unterschiedlich. Gemeinsam ist allen, dass der Quereinstieg über den pädagogischen Vorbereitungsdienst erfolgt. Erst eine erfolgreich abgeschlossene Zweite Staatsprüfung ermöglicht eine Einstellung in den hessischen Schuldienst.

Quereinstiegsmöglichkeiten in den Vorbereitungsdienst bestehen in den Lehrämtern an Haupt- und Realschulen, Gymnasien sowie an beruflichen Schulen. Informationen zu den Voraussetzungen sowie den Bewerbungsverfahren finden Sie unter den Links für die entsprechenden Lehrämter.

Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen

Wenn Sie die Voraussetzungen für einen Quereinstieg formal nicht erfüllen, haben Sie die Möglichkeit, Studien- und Prüfungsleistungen eines vorangegangenen Studiums auf ein Lehramtsstudium anrechnen zu lassen.

Die Prüfungsstellen der Hessischen Lehrkräfteakademie, die für die Erste Staatsprüfung verantwortlich sind, halten entsprechende Informationen und Antragsformulare bereit. Die Kontaktdaten der Prüfungsstellen an den Studienorten finden Sie über den untenstehenden Link.

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